Ein Screenshot hält einen einzelnen Moment fest. Aus vielen Screenshots wird trotzdem kein durchsuchbares Archiv für jahrelange Konversationen.

Das Problem: Wichtige Konversationen bleiben oft einfach in Nachrichten liegen. Erst wenn Sie später eine lesbare Kopie brauchen, fällt auf, wie wenig ein paar Screenshots helfen.

Warum Screenshots kein Nachrichtenarchiv sind

In Nachrichten steht nicht nur Belangloses. Dort finden sich Terminabsprachen, Kundenentscheidungen, Adressen, Fotos oder Familiengeschichten. Soll etwas davon aufgehoben werden, liegt ein Screenshot nahe.

Für einen kleinen Ausschnitt ist das völlig in Ordnung. Ein Screenshot zeigt, was gerade auf dem Bildschirm zu sehen war. Bei einer längeren Konversation bekommen Sie damit jedoch viele Bilder und keinen Verlauf, in dem Sie später suchen können. Ein fehlendes Bild kann den Zusammenhang verändern. Datum und Anhänge sind nicht immer zu erkennen. Und eine lange Konversation Seite für Seite zu fotografieren, macht niemand gerne.

Als Beleg ist ein einzelner Screenshot ebenfalls schwach. Bilder konnten schon immer bearbeitet werden. Mit Bildgeneratoren ist es noch einfacher geworden, einen erfundenen Chat überzeugend aussehen zu lassen. Auch ein Archiv beweist nicht automatisch, was rechtlich gilt. Es kann aber mehr vom tatsächlichen Verlauf erhalten, einschließlich Zeitangaben und Anhängen. Das lässt sich später besser prüfen als ein einzelnes Bild.

Für einen kurzen Austausch kann ein Screenshot genügen. Wenn Sie später noch nach einer Konversation suchen möchten, brauchen Sie mehr als einen Ausschnitt.

Was sich mit Nachrichten selbst speichern lässt

Apple beschreibt einen direkten Weg: In Nachrichten auf dem Mac wählen Sie Ablage > Drucken und speichern anschließend eine PDF-Datei. Der Haken daran ist leicht zu übersehen. Gedruckt wird nur der Teil der Konversation, den Nachrichten schon geladen hat. Für ältere Inhalte müssen Sie zuerst nach oben scrollen. Wie viel dabei auf einmal geladen oder gedruckt werden kann, gibt Apple nicht an.

Bei einer langen Konversation ist das keine brauchbare Arbeit. Sie scrollen nach oben und wissen anschließend trotzdem nicht sicher, ob alles enthalten ist. In einem aktuellen Test wurde außerdem der Text einer Nachricht am Seitenumbruch abgeschnitten. Eine PDF mit fehlendem oder schlecht lesbarem Text taugt nicht als verlässliche Kopie einer Konversation.

Interessant ist also nicht nur, was sich drucken lässt. Interessant ist, wie Sie die Konversationen aufheben, die Nachrichten auf dem Mac gespeichert hat.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Screenshots

Screenshots kennt jeder. Sie kosten nichts und eignen sich, wenn es um einen kleinen sichtbaren Ausschnitt geht. Ein Verlauf, den Sie durchsuchen oder später ergänzen können, entsteht dabei nicht.

PDF aus dem Druckdialog von Nachrichten

Für eine kurze Konversation, die vollständig geladen ist, kann eine PDF besser sein als ein Stapel Screenshots: Sie haben nur eine Datei. Für einen langen Verlauf ist das nicht verlässlich. Ältere Inhalte müssen Sie erst durch Scrollen laden, eine Kontrolle auf Vollständigkeit gibt es nicht und der Text kann an Seitenumbrüchen abgeschnitten werden.

Kopieren des Datenordners von Nachrichten

Manche kopieren den Nachrichten-Ordner vom Mac, einschließlich der Datenbank chat.db und der Anhänge. Ein iPhone ist dafür nicht nötig. Vor einer Reparatur oder einem Umzug ist das als zusätzliche Sicherung durchaus sinnvoll.

Zum Lesen und Suchen ist diese Kopie jedoch nicht gedacht. Im Finder sehen Sie keine ordentlich abgelegten Konversationen, sondern interne Daten von Apple. Eine Kopie von heute enthält außerdem keine Nachrichten, die morgen hinzukommen. Werden die Anhänge nicht mitkopiert, fehlt ein Teil der Konversationen.

imessage-exporter

imessage-exporter ist ein kostenloses Open-Source-Werkzeug für die Kommandozeile. Es exportiert iMessage-Daten als HTML oder Text. Anhänge können kopiert, ein Zeitraum ausgewählt und Konversationen nach Teilnehmern gefiltert werden. Als Quelle dient entweder die Nachrichten-Datenbank auf dem Mac oder ein iPhone-Backup.

Wer sich mit Kommandozeilenprogrammen wohlfühlt, bekommt damit lesbare Dateien ohne Kauf einer App. Der Aufwand bleibt aber manuell. Pro Chat entsteht eine Ausgabedatei. Sie müssen selbst festlegen, wann erneut exportiert wird, wo die Dateien liegen und wie wiederholte Exporte geordnet werden.

Anwendungen für iPhone-Backups und Datenextraktion

Apps wie iMazing gehen von einem iPhone oder einem vorhandenen iPhone-Backup aus. iMazing exportiert Konversationen als PDF, Text, Excel, CSV oder RSMF. RSMF steht für Relativity Short Message Format. Das Format ist für E-Discovery, forensische Prüfungen und die Verarbeitung geschäftlicher Daten gedacht, nicht zum gemütlichen Nachlesen eines Chats. Für den RSMF-Export verlangt iMazing ein Business-Abonnement.

Wenn die Konversationen bereits auf dem Mac liegen, löst eine solche App ein anderes Problem. Sie brauchen zuerst ein iPhone-Backup und müssen den Speicherplatz dafür einplanen. Bei iMazing kann dieses Backup zurzeit auch in einem anderen Ordner, auf einer externen Festplatte oder einem Netzlaufwerk liegen. Trotzdem bleibt der Export der Konversationen nur eine Funktion in einer umfassenderen iPhone-Backup-App.

Ein eigenes lokales Nachrichtenarchiv

Eine lokale Archiv-App liest die Nachrichten-Daten vom Mac, speichert sie getrennt und macht die archivierten Konversationen durchsuchbar. Das kostet Geld und benötigt eine zusätzliche App. Dafür müssen Sie nicht für jede Aktualisierung neue Einzeldateien verwalten. Ältere Konversationen lassen sich wiederfinden und bei Bedarf als lesbare Kopie ausgeben.

Die Methoden im Vergleich

MethodeBenötigt ein iPhone oder iPhone-Backup?Geeignet fürWo es schwierig wird
ScreenshotsNein, wenn sie auf dem Mac erstellt werdenEinen kleinen sichtbaren AusschnittNicht durchsuchbar; Zusammenhang fehlt leicht; allein kein verlässlicher Nachweis
PDF aus NachrichtenNeinEine Konversation als lesbare DateiNur geladener Inhalt wird gedruckt; manuelles Scrollen; Text kann abgeschnitten werden
Kopie von chat.db und AnhängenNeinEine zusätzliche Kopie der Rohdaten von Nachrichten auf dem MacNicht als Konversationsarchiv lesbar; leicht unvollständig oder veraltet
imessage-exporterNein für Mac-Daten; ein iPhone-Backup ist ebenfalls möglichManuelle HTML- oder Textexporte mit Filtern und AnhangsoptionenInstallation und wiederholte Dateien pro Chat erfordern technische Erfahrung und Organisation
Anwendung für iPhone-BackupsJaKonversationen aus einem iPhone oder Geräte-Backup holenBenötigt Speicherplatz und Pflege für ein iPhone-Backup, auch wenn nur Konversationen gewünscht sind
Eigenes lokales ArchivNein, wenn die Nachrichten-Daten auf dem Mac archiviert werdenEin durchsuchbares Archiv, getrennt von NachrichtenBenötigt eine Anwendung, Speicherplatz und Backups

Was sollte im Archiv erhalten bleiben?

Eine gespeicherte Konversation hilft nur, wenn die später benötigten Teile noch da sind. Prüfen Sie deshalb vor der Auswahl einer Methode:

  • Können Sie über mehr als eine Konversation suchen?
  • Können Sie sehen, wer beteiligt war und wann etwas gesendet wurde?
  • Sind Fotos und andere Anhänge enthalten, soweit sie vorhanden sind?
  • Archiviert die Methode die Daten auf dem Mac, oder benötigt sie ein iPhone oder ein iPhone-Backup?
  • Können Sie außerhalb der ursprünglichen Anwendung lesbare Dateien wie PDF oder HTML erstellen?
  • Bleibt das Archiv auf Ihrem Mac, oder wird es an einen Online-Dienst gesendet?
  • Können Sie die Archivierung wiederholen, ohne eine unübersichtliche Sammlung von Kopien anzulegen?

Der letzte Punkt fällt erst später auf. Eine Konversation heute manuell zu exportieren ist überschaubar. Nach einigen Jahren wird daraus schnell eine unübersichtliche Sammlung.

Wo passt MAX Messages hinein?

MAX Messages legt ein getrenntes Archiv der Nachrichten-Daten an, die auf dem Mac vorhanden sind. Dafür ist weder ein iPhone noch ein iPhone-Backup nötig. Die App liest die Daten und speichert das Archiv lokal. In Nachrichten wird dabei nichts gesendet oder gelöscht. Es wird nichts in einen Cloud-Dienst hochgeladen.

Konversationen, Fotos, Anhänge und weitere Medien bleiben erhalten, soweit sie auf dem Mac verfügbar sind. Konversationen lassen sich als PDF oder HTML exportieren und damit auch außerhalb der App lesen.

MAX Messages ersetzt die App Nachrichten nicht. Konversationen, die auf dem Mac nicht mehr vorhanden sind, kann es nicht wiederherstellen. Und auch das Archiv selbst braucht ein Backup. MAX Messages hält die vorhandenen Konversationen durchsuchbar und ermöglicht später lesbare Exporte.

Für eine einzelne kurze Konversation reicht möglicherweise ein Screenshot oder eine PDF. Soll ein Verlauf über Jahre erhalten bleiben und später auffindbar sein, ist ein durchsuchbares Archiv die praktischere Lösung.

Quellen und Hinweise

  • Apple Support: Nachrichten - Benutzerhandbuch für den Mac. Das Inhaltsverzeichnis enthält den Abschnitt zum Drucken oder Erstellen einer PDF-Datei aus einer Konversation.
  • ReagentX/imessage-exporter und die README-Dokumentation. Das Projekt dokumentiert den schreibgeschützten Export als HTML oder Text, Datums- und Teilnehmerfilter, Optionen zum Kopieren von Anhängen und die Eingabe aus macOS oder einem iPhone-Backup.
  • iMazing: Export iPhone Messages. iMazing beschreibt den Export von Konversationen aus einem Gerät oder Backup und definiert RSMF als Format, das vor allem für E-Discovery, Aufbewahrung und forensische Analyse verwendet wird. Die Anleitung zum Backup-Speicherort beschreibt die Änderung des Speicherorts in einen anderen Ordner, auf ein externes Laufwerk oder ein Netzlaufwerk.
  • Prüfung der Druckfunktion durch Moth Software mit der aktuellen Version von Nachrichten: Nur geladener Inhalt wird einbezogen und in der PDF-Datei wurde eine Nachricht sichtbar an einem Seitenumbruch abgeschnitten.
  • Produktfunktionen von MAX Messages nach Angaben von Moth Software: lokales durchsuchbares Archiv aus der Nachrichten-Datenbank des Macs, PDF- und HTML-Export, Erhaltung verfügbarer Anhänge sowie schreibgeschützter Zugriff.